Anna Abermann x Wonderful Drinks X Anna Abermann x Wonderful Drinks X Anna Abermann x Wonderful Drinks X Anna Abermann x Wonderful Drinks X Anna Abermann x Wonderful Drinks X Anna Abermann x Wonderful Drinks X Anna Abermann x Wonderful Drinks X Anna Abermann x Wonderful Drinks X

Bitte einen Saft mit nix

Quellwasser. Bio-Früchte. Kohlensäure. Das ist in den Wonderful Drinks drinnen. Und sonst nix. Mit dieser Idee haben Anna und Michi vor knapp acht Jahren ihr Startup gegründet. Sie wollten ein reines Produkt entwickeln, das ganz ohne Zucker und ohne Zusätze auskommt. Das ist ihnen so geschmackvoll gelungen, dass sie mittlerweile fünf Wonderful Drinks eingeführt haben.

„Ich habe es einfach nicht glauben können, dass überall Zucker drinnen ist“, erzählt Anna Abermann, Gründerin von Wonderful Drinks. Das war im Jahr 2013. An jeder Tankstelle, in jedem Supermarkt gab es damals nur gesüßte Getränke in Plastikflaschen mit jeder Menge Zusätzen. Das war ihr suspekt. Zu Hause zuckerte man sich den frischen Apfelsaft ja auch nicht. Sicher, Zucker sorgt für die Haltbarkeit und ist billiger als frischer Biosaft, aber es musste noch eine andere Lösung geben.

Auf einer Reise in die USA fanden die beiden im selben Jahr einen Getränkehersteller, der in ihrem Sinne produzierte: direkt gepresster Fruchtsaft mit Wasser abgefüllt in Glasflaschen. Es stand die Überlegung im Raum, diese Getränke einfach nach Österreich zu importieren. Aber der Produzent wollte sich auf den amerikanischen Markt fokussieren. Ein Glück. „Es wäre idiotisch gewesen, etwas in der Glasflasche hierher zu verschiffen, wenn wir in Europa genauso gute Früchte kriegen.“

Sie starteten als kleines motiviertes Team, keine Ahnung von der Getränkebranche, aber mit dem Traum, natürliche Getränke in Bio-Qualität und ohne Zuckerersatz zu produzieren. Die Äpfel dafür fanden sie in Südtirol. Die Zitrusfrüchte über die Außenhandelskammer in Sizilien. Dort gibt es eine kleine Bio-Kooperative, die wunderbare Säfte produziert. Das Geheimnis liegt an den klimatischen Bedingungen. Am Fuße des Ätnas ist der Boden voller Nährstoffe, es gibt mehr als dreihundert Sonnentage und in der Nacht fallen die Temperaturen. Perfekt für die Zitrusfrüchte, so werden sie wunderbar reif und süß.

Die Früchte werden mit der Schale frisch gepresst. Dadurch bleiben die wertvollen Vitamine und ätherischen Öle enthalten. Damit die Säfte haltbar bleiben, wird schonend pasteurisiert, also für zwanzig Sekunden bei achtzig Grad. Je nach Getränkesorte von Wonderful Drinks variiert die Fruchtsaft-Wasser-Mischung. Bei Pona wird Kohlensäure zugesetzt, bei Ich bin Was?er kommen Kräutertees statt Sprudel in die Flasche. Die Haltbarkeit ist trotzdem gegeben.

„Wir haben über ein Jahr Mindesthaltbarkeit, bei den Apfelsorten sogar achtzehn Monate“, erzählt Anna. Und das ohne Zuckerersatz und ohne Ascorbinsäure. Ein Alleinstellungsmerkmal am Getränke-Markt. Mittlerweile gibt es fünf verschiedene Getränke, die alle ihre Besonderheit haben. Pona mit fünfzig Prozent reinem Fruchtsaft. Bitter Fog ist ein rein natürliches Bio-Tonic, das mit echter Chinarinde produziert ist. Sie wird im bolivianischen Urwald gesammelt und mit weiteren elfpflanzlichen Zutaten gemischt. Der Chinin-Wert liegt sogar unter dem Wert der synthetischen Tonics. Bitterschön ist die Mischung aus den beiden Getränken und geht als anti-alkoholischer Campari Orange durch. Und sie haben auch vier Near-Water-Drinks kreiert, also quasi Wasser mit Geschmack. Daher auch der Name Ich bin Was?er. Wasser oder mehr?

„Wir wollten etwas machen, das als echter Wasser-Ersatz durchgeht. Aber eben mit echtem, natürlichem Geschmack“ sagt die gebürtige Tirolerin. Dafür hat sich das Team extra mit Kräuter-Expert:innen zusammengetan, um wirklich etwas bewirken zu können. Eine Zutat ist zum Beispiel Wegarte-Wurzel, die im Zweiten Weltkrieg als Kaffeeersatz diente. Pro Sorte tun jeweils drei Kräuter (immer Wurzel, Blatt und Blüte) ihre Wirkung.

Aus Ich bin Was?er ist das fünfte und neueste Getränk entstanden: TSSSCHK. Der Wunsch kam von den Engländern, die große Abnehmer von Ich bin Was?er sind und eine prickelnde Version davon haben wollten. Und das Ganze bitte in der Dose statt in der Glasflasche. Daraus entstand ein total peppiges Produkt, das viel Geschmack aber nur 0,4 Gramm Kalorien auf hundert Milliliter hat. Natürlich ohne Zuckerersatz und andere Zusätze. „Wir sind extrem stolz auf Tssschk, weil es genau in der Chemie-Ecke einschlägt“, erzählt die studierte Betriebswissenschaftlerin.

Durch ihre wunderbaren Getränke konnten Anna und ihr überwiegend weibliches Team seit 2014 ein schönes organisches Wachstum hinlegen. „Wir haben viel gelernt, und es macht Spaß, unsere Vision weiter aufzubauen. Es ist auch ein Blödsinn, dass Frauen untereinander nicht funktionieren, das geht wunderbar.“ Mittlerweile gibt es unter den langjährigen Mitarbeiterinnen auch drei Mütter, wodurch ein sehr flexibles Arbeiten entstanden ist. Der Gründerin geht es nicht darum, wann und wo jemand arbeitet, solange er seinen Job tut. Sie empfiehlt auch, Mütter einzustellen. „Ich finde, dass Mütter die bestorganisierten Menschen sind, die ich kenne. Ich würde meine Hand ins Feuer legen und sagen, dass Frauen mit Kindern in der Zeit, in der sie arbeiten, mehr leisten als andere. Weil sie die Zeit viel effizienter einteilen müssen.“

Anna weiß, wovon sie spricht. Sie ist selber Mutter und stillt ihr acht Wochen altes Baby während des Interviews. „Natürlich muss der Kleine mitspielen, aber ich finde es total legitim, dass man recht schnell wieder arbeiten geht. Ich bin wieder um die fünfzehn Stunden pro Woche im Einsatz. Es muss möglich sein, es anders zu machen, solange das geht“, sagt sie. Und das gilt auch für ihre Mitarbeiterinnen. Sie können ins Büro kommen, wenn die Kinder in der Schule sind oder von zu Hause arbeiten. Und es funktioniert trotzdem.

Das Ziel für die kommenden drei Jahre ist, die zwei verlorenen Jahre durch den Lockdown wieder aufzuholen. Im Vorjahr hat das Unternehmen trotzdem seinen großen Meilenstein geknackt und eine Million Wonderful Drinks verkauft. Jetzt stehen die zwei Millionen auf dem Plan. „Das Gute ist, wir müssen niemandem etwas andrehen, sondern einfach probieren lassen“, sagt Anna. Mit dem großen Zuspruch wächst auch ihr Selbstbewusstsein. „Ich bin noch immer zu ruhig“, sagt die Gründerin über sich selbst. „Etwas typisch Weibliches. Ich glaube, dass viele Frauen sich unter ihrem Wert verkaufen. Gerade als Mutter. Viele glauben, mit Kind kann man nicht mehr so viel leisten wie ein Mann, aber das stimmt einfach nicht.“ Deshalb gibt sie uns als Tipp mit, selbstbewusst auftreten, mit dem, was man kann und hat. „Wir haben einfach tolle Produkte, und dazu muss man auch stehen.“

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Feature

Anna Abermann

Wonderfuldrinks.com

Text: Lauren Seywald

Fotos: Patricia Weisskirchner

März 2022

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