Yasmina Bouzid & Danielle Saffarnia x La Rose X Yasmina Bouzid & Danielle Saffarnia x La Rose X Yasmina Bouzid & Danielle Saffarnia x La Rose X Yasmina Bouzid & Danielle Saffarnia x La Rose X Yasmina Bouzid & Danielle Saffarnia x La Rose X Yasmina Bouzid & Danielle Saffarnia x La Rose X Yasmina Bouzid & Danielle Saffarnia x La Rose X Yasmina Bouzid & Danielle Saffarnia x La Rose X

Ein Hauch von Orient

Die beiden Freundinnen Danielle und Yasmina haben mit La Rose ein traditionelles wie trendiges Produkt auf den österreichischen Markt gebracht. Ihr natürliches Rosenwasser erfrischt, pflegt und beruhigt.

Die schwere, heiße Luft liegt über Manhattan. Die Skyline flimmert in der Sommersonne, die Subway füllt sich mit jeder Station stadteinwärts, die gestressten New Yorker:innen schwitzen in ihren Kostümen und Anzügen. Wer schlau ist, hat an solchen Tagen ein Fläschchen Erfrischung in seiner Designertasche. Ein, zwei, drei Spritzer ins Gesicht, und das Rosenwasser verschafft einen Frischekick, der aufatmen lässt.

„In New York und London hat jeder sein Rosenwasser dabei”, erzählt Danielle. Sie hat durch ihr Studium in Wirtschaftsrecht ein paar Monate Großstadtduft einatmen dürfen, der immer öfter mit einer Nuance von Rose versetzt war. „Ich habe mich sofort in das Produkt verliebt und verwende es seither jeden Tag.“ Wieder in Wien vermisste sie ein Rosenwasser, das genauso preiswert und natürlich war wie in den beiden Metropolen. Hier sind die meisten Wässerchen mit Zusätzen von Parfüm oder Alkohol aufgepeppt und in durchsichtige Fläschchen abgefüllt. Kein Vergleich mit dem Rosenwasser, das sich Danielle, wie alle Londoner:innen, im Niels-Yard holte. Und dann zog Yasmina eines Tages bei einer gemeinsamen Lernrunde ein Fläschchen aus ihrer Tasche. Danielle war begeistert, dass ihre Freundin das Rosenwasser ebenso liebgewonnen hatte wie sie. Das war der Moment, an dem die Idee für La Rose geboren wurde. Wir wollten es einfach probieren und sagten uns: Why not?

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Die Rose, wie auch das Rosenwasser sind Teil der orientalischen Kultur. „In meiner Familie ist Rosenwasser ein fixer Bestandteil im Haushalt. Ich bin damit aufgewachsen“, sagt die gebürtige Marokkanerin. In ihrer Heimat ist es ein All-Round-Produkt. Man verwendet es zur Gesichtsreinigung und -pflege, träufelt es auf trockene, schuppige Kopfhaut oder sprüht es den Babys in die Windel, wenn ihre sensible Haut wund ist. Das Produkt entsteht bei der Herstellung von Rosenöl. In dem Prozess sondern sich die wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Rosenblüte ab, eben als Rosenwasser. Angereichert mit natürlichen Antioxidantien und wertvollen Vitaminen, ist es feuchtigkeitsspendend, beruhigend und entzündungshemmend. Yasmina hatte in ihrem Umkreis schon viele Fans für das Rosenwasser gewonnen. „Sie haben mich jedes Jahr gebeten, ihnen eine Flasche aus Marokko mitzunehmen, wenn ich zu Hause war.“

Dieses Kult-Produkt aus dem Orient wollten die beiden Jungunternehmerinnen nun auch in ihrer zweiten Heimat Wien einführen. Es ist ein Herzensprojekt, das sie neben ihrem Jus-Studium aufziehen und das mit ersten Erfolgen. Obwohl ihr Launch mitten in die Pandemie gefallen ist, haben sie bereits Kooperationen mit einzelnen Wiener Läden und selbst einen Online-Shop aus dem Boden gestampft. Wobei die größte Herausforderung darin bestand, das Produkt in dieser Zeit überhaupt nach Österreich zu bringen. Denn die Rosen kommen aus Marokko.

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„Wir haben uns bewusst dazu entschieden, das Ursprungsland des Rosenwassers beizubehalten, auch um unseren kulturellen Hintergrund zu zeigen.“

Durch Yasminas Verbindungen in ihr Heimatland war der Produzent recht schnell gefunden. Ein kleiner familiärer Betrieb, der seine Rosenfelder nach höchsten Standards betreibt. „Wir waren total begeistert, als er uns erste Muster schickte. Auch die Kommunikation hat super funktioniert, er war verlässlich und zuvorkommend.“ Ein wichtiger Faktor, wenn man länderübergreifend arbeiten möchte. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Ursprungsland des Rosenwassers beizubehalten, auch um unseren kulturellen Hintergrund zu zeigen“, sagt Danielle. Ihre Mutter stammt aus Persien, ebenfalls ein Land, in dem Rosenwasser verehrt wird.

Die Internationalität spiegelt sich auch im Namen ihrer Firma. La Rose, ein französischer Beigeschmack. „Unser Traum wäre, europaweit in vielen kleinen Boutiquen geführt zu werden“, sagt Danielle. Sie möchten kein Massenprodukt vertreiben, nicht verkaufen, um des Verkaufens willen. „Unserer Zielgruppe sind Inhaltsstoffe und eine verantwortungsbewusste Unternehmenskultur wichtig. Wir bringen nur auf den Markt, was wir selber gerne verwenden, hinter dem wir stehen und von dem wir wirklich überzeugt sind“, ergänzt Yasmina.

Deshalb ist es ihnen wichtig, dass jeder einzelne Produktionsschritt umweltfreundlich abläuft. Die Rosen werden zwischen April und Mai geerntet und auf schnellstem Weg nach Österreich gebracht. Alle weiteren Produktionsschritte finden dann hier statt. Abgefüllt und etikettiert wird in Oberösterreich. Auch die abgedunkelten Glasflaschen, die übrigens den wertvollen Inhalt vor UV-Strahlen und Sauerstoff-Einwirkung schützen, kommen von dort. Braunglas ist außerdem nachhaltiger als Weißglas oder Plastik. Ein wichtiger Aspekt für die beiden Wienerinnen.

„Wir haben eine klare Unternehmensphilosophie, die auf den Werten Ästhetik, Nachhaltigkeit und Nächstenliebe aufbaut.“

Die in der Sprache der Businesswelt nicht allzu üppig verwendete Nächstenliebe spielt auf ein Projekt an, das von La Rose unterstützt wird. DARNA ist eine soziale Einrichtung für Frauen und Jugendliche, die Gewalt erlebt oder einfach keinen leichten Start ins Leben gehabt haben. Dort können sie lernen, was ihnen weiterhilft. Etwa ein neues Handwerk, das ihnen hilft, einen Job zu finden, oder auch nur etwas ganz Alltägliches, zum Beispiel mit Geld umzugehen.

Der Zufluchtsort liegt im Herzen Tangers in Marokko, dem Geburtsort von Yasminas Mutter. „Dort verbringe ich meine Sommer und habe dabei das DARNA-Projekt kennengelernt. Ich war in ihrem Restaurant, plauderte mit den Frauen und tauschte mich mit dem Vorstand aus. DARNA passt einfach gut zu uns.“ Nicht nur wegen des Female-Aspekts, sondern auch, weil sie dem Ursprungsland ihres Produkts etwas zurückgeben möchten.

Zum Beispiel wird es immer wieder Spendenrunden geben, bei denen die Mädels Kleidung sammeln und hinunterschicken. Das dynamische Duo hat es also geschafft, ein kulturübergreifendes Produkt zu kreieren, das Tradition und Moderne, Osten und Westen, Geben und Nehmen vereint. Was wie die Geschichte von Tausend und einer Rose klingt, hat also jeden Grund, die nächste Metropole zu erobern. Bon voyage.

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Feature

La Rose Vienne

larosevienne.com

Text: Lauren Seywald

Fotos: Patricia Weisskirchner

Juli 2021